Ein weiter Horizont
Hinzugefügt am 02. Oktober 2026
Ein weiterer Horizont 
Eine Schülergruppe des ELG besucht die Partnerschule in Kościan
Zwanzig Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10,11 und 12 brachen am 9. September 2026 zu einer zehntägigen Reise nach Polen auf. In Begleitung von Katrin Bähr und Jörg Adrian, die seit einigen Jahren verantwortlich zeichnen für den deutsch-polnischen Schüleraustausch, ging es zunächst in die Alzeyer Partnerstadt Kościan, wo sie von ihren Gastfamilien in Empfang genommen wurden.
Im Mittelpunkt dieses Austausches steht weniger der Spracherwerb als vielmehr die kulturelle Begegnung: das Miteinanderleben in den Familien, das Kennenlernen von Sitten, Traditionen und Gebräuchen, der Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf Politisches und Historisches bei gleichzeitiger Schärfung eines europäischen Bewusstseins. All das, um einen weiteren Horizont zu erlangen. 
Eine dreitägige Exkursion führte die gesamte deutsch-polnische Gruppe über Bydgoszcz, das einstige Bromberg, nach Gdańsk. Die Ostseemetropole war Schauplatz des Werftarbeiteraufstandes von 1970 und des aufsehenerregenden Streiks von 1980, infolgedessen sich die Gewerkschaft Solidarność gründete. Ihre Forderungen, die sie der polnischen Regierung abrang, läuteten auf lange Sicht das Ende der kommunistischen Regime in Europa ein. Hier wurde deutlich, wie eng deutsche und polnische Geschichte auch in der jüngeren Vergangenheit verknüpft sind. Heute erinnern an diese Ereignisse ein beeindruckendes Denkmal und das auf dem Werftgelände entstandene Europäische Solidaritätszentrum.
Zurück in Kościan, standen ein Empfang bei Schulleitung und Bürgermeister sowie ein Besuch des städtischen Museums auf dem Programm. Ebenso kamen Unterrichtsbesuche mit den gastgebenden Schülerinnen und Schülern nicht zu kurz. Die gemeinsame Teilnahme an Englisch- und Deutschstunden ermöglichte ungeahnte Einblicke in einen anderen Schulalltag. Und auch abseits vom Schulleben ergaben sich gemeinschaftliche Unternehmungen, etwa beim herausfordernden Klettern im ehemaligen Kościaner Wasserturm.
Einen anderen Blick auf die Welt konnten die polnischen und deutschen Schülerinnen und Schüler im Gespräch mit Pater Daniel entdecken, der über die Geschichte der Benediktinerabtei Lubiń ebenso wie über seinen Klosteralltag anschaulich zu erzählen wusste. Am letzten Tag bestand Gelegenheit, in kleinen Gruppen das miteinander Erlebte und Erfahrene gemeinsam zu reflektieren und auszutauschen: Wertvolle Begegnungen mit fremden Menschen in einem anderen Land, abwechslungsreiche Unternehmungen in mal kleineren, mal größeren Gruppen, die Überwindung von Sprachbarrieren – und von lange gepflegten Stereotypen. Letztendlich die Erkenntnis: Wir sind uns ähnlicher, als wir oft meinen, und Polen ist uns näher, als man denkt.
Jörg Adrian & Katrin Bähr - Begleitlehrer des Polenaustausches
Eingestellt von J. Adrian, K. Bähr/ Bn


