Lebensrettende Entscheidungen: Jahrgang 11 diskutiert über Organspende

Hinzugefügt am 02. Juni 2026

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Am 01.06.2026 beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 mit einer Frage, die Leben retten kann: Werde ich Organspenderin oder Organspender? Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz war im Rahmen ihrer Schultour zu Gast und vermittelte in 90 Minuten fundiertes Wissen zu einem komplexen Thema – und regte die Jugendlichen an, eine eigene Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren. Die Veranstaltung besuchte auch der Gesundheitsminister Herr Hoch.
Authentische Einblicke statt trockener Theorie

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Herr Rebholz übernahm der Gesundheitsminister Herr Hoch das Wort. Er informierte über die Bedeutung der Organspende in der Politik. Dabei machte er in Zahlen bewusst, wie viele Personen auf ein Spenderorgan angewiesen sind und wie viele Spender es im Gegenzug dazu gibt. In Deutschland herrscht momentan die Einwilligungslösung zur Organspende, das heißt nur wer einer Organspende zustimmt, kann im Falle des Hirntods auch Organe spenden. Er sprach aber auch die Debatte über die Widerspruchslösung sowie deren Vorteile an. Dies bedeutet, dass jeder als Organspender gilt, außer wenn diesem ausdrücklich widersprochen wird. Jedoch ist dazu politisch noch keine Entscheidung gefallen.

Anschließend bildete ein Film mit dem Wissenschaftsjournalisten Mirko Drotschmann (MrWissen2go) den Einstieg ins Thema, der die wichtigsten Fakten zur Organspende erklärte. Der anschließende Filmbeitrag über eine Mainzer Familie, deren Sohn mit 13 Jahren zum Organspender wurde, ließ die Angehörige von Organspendern zu Wort kommen. Besonders bewegend wurde es, als Herr Klein von seinem Leben mit einem gespendeten Organ erzählte. Seit drei Jahren lebt er mit einem neuen Herz und schilderte offen, wie sich das anfühlt und was die Transplantation verändert hat – im Alltag, in der Freizeit, im Blick auf das Leben. Fachliche Expertise lieferte Herr Rumpel als Vertreter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Er stand für alle medizinischen Fragen bereit und nahm einige Ängste durch fundiertes Fachwissen. Frau Becker informierte abschließend über die Dokumentation der Entscheidung für oder auch gegen die Organspende. Besonders interessant ist das neue Organspende-Register, in dem sich jeder ab 16 Jahren registrieren lassen kann. Startseite - Organspenderegister

Raum für schwierige Fragen

Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, nachzufragen: Wie läuft eine Organentnahme ab? Was bedeutet Hirntod genau? Wer kann Organe spenden? Und kann ich sicher sein, dass bis zum Schluss um mein Leben gekämpft wird, wenn ich einen Organspendeausweis habe? In der offenen Diskussion konnten Bedenken geäußert und verschiedene Standpunkte ausgetauscht werden. Die Fragen wurden vor allem von Gesundheitsminister Hoch sowie Herrn Rumpel und Herrn Klein beantwortet, sodass für alles Fragengebiete ein Experte zur Verfügung stand.

Wichtig ist die Entscheidung – egal wie sie ausfällt, lautete die zentrale Botschaft der Veranstaltung. Denn bereits ab 14 Jahren können Jugendliche einer Organspende widersprechen, ab 16 Jahren auch zustimmen. Mit Informationsmaterial und Organspendeausweisen ausgestattet, verließen die Schülerinnen und Schüler die Veranstaltung – und können nun in der Familie oder mit Freunden weiter über dieses wichtige Thema sprechen.

auf dem Bild zu sehen ist von links nach rechts:
Susanne Herbel-Hilgert (Geschäftsführerin Landeszentrale für Gesundheitsförderung in RLP e.V.)

Anabel Becker (Referentin Landeszentrale für Gesundheitsförderung in RLP e.V.)

Kurt Rumpel (Deutsche Stiftung Organtransplantation)

Clemens Hoch (Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit)

Armin Rebholz (Schulleiter Elisabeth Langgässer Gymnasium)

Reinhard Klein (herztransplantierter Mensch)

Eingestellt von Ritzmann/ Bn