Tere tulemast Talllina Saska Gümnaasium - Herzlich willkommen am TSG

Hinzugefügt am 02. April 2025

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Das Tallinna Saska Gümnaasium ist das Deutsche Gymnasium in Tallinn, der Hauptstadt Estlands. Estland erzielte in der Pisa-Studie 2022 hervorragende Ergebnisse, so dass wir am ELG im Rahmen unserer Erasmus+-Akkreditierung einen Einblick in das Lernen und Lehren des Landes gewinnen wollten. Hier besuchen die Kinder unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund bis zur 9. Klasse die gleiche Schule, so dass alle in den Genuss von Fächern wie Kochen, Werken, Handarbeit sowie auch verschiedener Fremdsprachen kommen.

Auf dem Erlernen eben dieser Fremdsprachen lag der spezielle Fokus bei meinem Jobshadowing. Am TSG wird ab der 1. Klasse Deutsch gelernt, zunächst spielerisch und mündlich, bis die Kinder lesen und schreiben können, dann ab der 2. Klasse auch schriftlich. Das Englische kommt ab der 4. Klasse hinzu. Mit Beginn der 7. Klasse können die SchülerInnen zwischen Russisch und Spanisch wählen, wobei seit Ausbruch des Ukraine-Krieges das Interesse an der russischen Sprache stark abgenommen hat und Spanisch dadurch großen Zulauf hat. Ab der 10. Klasse ist es möglich, zwischen Französisch, Schwedisch und Spanisch zu wählen. Besonders zu erwähnen ist die Tatsache, dass das Lernen der Sprachen in kleinen Gruppen stattfindet, da die Klassen für den Sprachunterricht geteilt werden. Daher saß ich mal im Sprachunterricht mit 3, 9, 14 oder mit höchstens 23 Teilnehmern. Wirklich optimale Bedingungen, um tatsächlich auch viel Sprachumsatz in den Stunden erzielen zu können. Die kleinen Gruppen kommen dadurch zustande, dass regelmäßig Lernstandsanalysen durchgeführt werden und daraufhin SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf individuellere Unterstützung bekommen.

Des Weiteren fiel auf, dass entgegen meiner Erwartungen die SchülerInnen mit Buch und Heft im Unterricht sitzen. Der Computer, das Laptop oder Tablet liegen zuhause, für die Hausaufgaben. Das Handy darf mitgeführt werden, die Nutzung ist aber für die 1.-6. Klasse verboten, ab der 7. Klasse in den Pausen oder teilweise im Unterricht für bestimmte Zwecke erlaubt. Dennoch findet die digitale Erziehung (Computer and creativity) ab der 1. Klasse statt und nimmt bis zum Ende der Schulzeit ca. 1-2 Wochenstunden als Schulfach ein. Dafür gibt es Computerräume, sowie auch Medienwagen mit Laptops oder Tablets, die im Bedarfsfall zur Verfügung stehen. Alle Klassenräume sind mit einem Computer für die Lehrkraft ausgestattet und haben ein Smartboard oder einen Beamer, so dass das Hör-/Sehverstehen in den Sprachen oder gemeinsame Spiele zur Vertiefung des Vokabulars nicht zu kurz kommen.

Die Schule ist Lebensraum zum Wohlfühlen: im Winter wird in der Garderobe im Keller die dicke, warme Bekleidung verstaut, so dass die SchülerInnen in bequemen Schuhen oder Socken ihren Schultag verbringen. In den Fluren gibt es einladende Sofas, Sitz- oder Kletterecken, so dass Entspannung und Bewegung in den Pausen nicht zu kurz kommen. Die SchülerInnen identifizieren sich mit der Schule, tragen bis zur 6. Klasse auch Schulshirts oder -pullis mit Logo der Schule, die Älteren kleiden sich, wie sie möchten. Außerdem stellt das Land allen Kindern am Mittag ein warmes, wirklich leckeres Essen zur Verfügung, morgens kann bei Bedarf auch gefrühstückt werden. Das gemeinsame Essen stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und die Gemeinschaft in der Schule. Hinzu kommt, dass jeder Jahrgang einen Chor hat, welche alle zu besonderen Anlässen zum Singen in der Aula zusammenkommen, da Singen in Estland zur Tradition gehört. In diesem Jahr findet auch wieder das traditionelle Sängerfest in Tallinn statt, welches nur alle fünf Jahre durchgeführt wird.

Einige der genannten Faktoren tragen dazu bei, eine stärkere Bindung zur Schule aufzubauen und somit mehr Motivation zum Lernen zu haben, was eben auch zum Erfolg in der PISA-Studie beitrug. Hierzu mehr im Artikel der Süddeutschen Zeitung über das TSG. (https://saksa.tln.edu.ee/de/die-sueddeutsche-zeitung-zu-besuch-am-tsg/ )

Die Informationen und Eindrücke am TSG waren vielseitig und bereichernd, es bleibt abzuwarten, wie wir die ein oder andere Idee am ELG umsetzen können, um unsere Schule als Lebens- und Lernraum so zu gestalten, dass die SchülerInnen auch in Zukunft gerne bei uns lernen und leben.

Anke Bujung, Lehrerin für Englisch, Französisch und Spanisch am ELG

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Eingestellt von Bujung / Me